Die Forderung nach Errichtung einer
Kammer für Pflegeberufe im Sinne der beruflichen Selbstverwaltung
ist nicht neu. Bereits 1903 hat Agnes Karll auf der Gründungsversammlung
der Berufsorganisation für die Krankenpflegerinnen Deutschlands
das Selbstverständnis der pflegerischen Profession definiert
und jede Form der Fremdbestimmung abgelehnt.
Jüngere Bemühungen zur Errichtung einer
Kammer für Pflegeberufe gehen auf das Jahr 1990 zurück,
in welchem in München deutschlandweit der erste "Förderkreis
zur Gründung einer Pflegekammer" gebildet wurde (Linberg-Klotz,
1990). Ihm folgten entsprechende Fördervereine und Initiativgruppen
in fast allen Bundesländern.
Am 11.02.1995 konstituierte sich der "Runde
Tisch zur Errichtung von Pflegekammern" als koordinierender
Arbeitskreis aller die Kammerforderung mittragenden Verbände
und der Fördervereine.
Aus dem "Runden Tisch" ging 1997 die Nationale
Konferenz zu Errichtung von Pflegekammern in Deutschland hervor,
welche ca. zweimal jährlich tagt, um die Aktivitäten
ihrer Mitglieder zu bündeln, zu strukturieren und zu koordinieren.
Die derzeitige Vorsitzende ist Frau Monika Skibicki,
Vorsitzende des Förderverein zur Errichtung einer Pflegekammer
in Niedersachsen, ihr Stellvertreter ist Herr Heinz Günther
Niehus, Vorsitzender des Fördervereins zur Errichtung einer
Pflegekammer in Nordrhein-Westfalen e. V..
In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Anträge
zu diesem Anliegen auf länderpolitischer Ebene eingebracht
worden und es haben Anhörungen stattgefunden. Die Berufsverbände
auf nationaler und Länderebene haben entsprechende Stellungnahmen
vorgelegt. Außerdem wurden drei Rechtsgutachten erstellt.
"Pflegekammer-Gutachten
über die rechtlichen Probleme und Möglichkeiten der
Errichtung einer Pflegekammer auf Landesebene" von Markus
Plantholz, Juni 1994, Berlin.
"Die Verfassungsmäßigkeit
der Errichtung einer Kammer für Pflegeberufe im Freistaat
Bayern" von Prof. Dr. Otfried Seewald, Dezember 1997, Passau
.
"Funktionelle
Selbstverwaltung des Gesundheitwesens im Spiegel der Verfassung"
von Markus Plantholz, Berlin Verlag Arno Spitz, Januar 1998,
Berlin.